Orientierung im Freiwasser

Die beste Technik, die schnellsten 100m-Zeiten und der innovativste Neoprenanzug sind im Wettkampf wertlos, wenn es dir nicht gelingt dem Kurs auf kürzestem Weg zu folgen. Was auf den ersten Blick so einfach erscheint, kann am Wettkampftag jedoch zum Problem werden. Mag die Orientierung beim Training im heimischen Badesee noch funktionieren, sieht es in unbekannten Gewässern, umgeben von 1.000 fremden Armen, Wellen und Gegenlicht vielleicht schon anders aus.

Damit dir diese Erfahrung erspart bleibt, geben wir dir acht wertvolle Tipps zur Orientierung im Freiwasser:

  1. Schaue dir vor dem Wettkampf das Gewässer gut an. Versuche hilfreiche Landmarken zu finden, die dir die Orientierung erleichtern. Das können zum Beispiel hohe Gebäude, Brücken oder markante Bäume am Ufer sein.

  2. Versuche dich beim Anstellen des Arms leicht nach oben aus dem Wasser zu drücken. Das wird es dir erleichtern den Kopf zu heben und ausreichend Sicht zu bekommen.

  3. Verstärke beim Heben des Kopfs den Beinschlag, um die Wasserlage und die Geschwindigkeit beizubehalten.

  4. Schaue 2-3 Mal nacheinander nach vorne. Nutze den ersten Blick um die Boje oder die Landmarke ausfindig zu machen. Beim zweiten Blick korrigierst oder bestätigst du schließlich deine Richtung.

  5. Bei stärkerem Wellengang musst du deine Orientierung auf den Rhythmus der Wellen abstimmen. Versuche immer auf dem oberen Scheitelpunkt der Welle deinen Kopf zu heben. So kannst du Bojen ausmachen, die sonst im Wellental verschwunden wären.

  6. Im aufgewühlten Wasser solltest du deinen Kopf deutlich höher heben, damit du einen guten Überblick über den Kurs bekommst. Versuche im Gegenzug allerdings die Anzahl der Blicke zu minimieren. Seitliche Landmarken oder andere Schwimmen helfen dir die Richtung beizubehalten.

  7. Atme nicht, während du zur Orientierung nach vorne schaust. Blicke erst kurz nach vorne und drehe deinen Kopf dann direkt zur Seite um zu atmen.

  8. Übe die Orientierung unbedingt im Training. Du kannst beispielsweise hinter einem Vereinskollegen schwimmen, der immer wieder die Richtung ändern. So bist du gezwungen dich öfter zu orientieren. Nach einer Weile tauscht ihr die Rollen.