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Drafting im Freiwasser: Windschatten richtig nutzen

Windschattenschwimmen ist im Triathlon erlaubt und spart spürbar Energie, wird aber von den meisten Athleten kaum genutzt. Die richtigen Positionen, die Wahl des Vordermanns und warum Sighting trotzdem Pflicht bleibt.

Von Luca Schütz

Drafting im Freiwasser: Windschatten richtig nutzen

Im Radsport ist Windschattenfahren im Triathlon meist verboten. Im Wasser ist es ausdrücklich erlaubt, und trotzdem lassen die meisten Athleten diesen Vorteil komplett liegen. Dabei ist Drafting im Schwimmen einer der wenigen legalen Wege, spürbar Energie zu sparen, ohne schneller zu schwimmen.

Was ist Drafting beim Schwimmen?

Drafting bedeutet, dass du dich im Wasserschatten eines anderen Schwimmers bewegst. Der Vordermann verdrängt das Wasser, hinter ihm entsteht eine Zone mit reduziertem Widerstand und leichtem Sog. Wer dort schwimmt, braucht bei gleichem Tempo weniger Kraft, oder schwimmt bei gleichem Krafteinsatz schneller. Untersuchungen zeigen Einsparungen im deutlich zweistelligen Prozentbereich beim Energieverbrauch, je nach Position und Abstand.

Anders als beim Radfahren ist Drafting im Schwimmen bei praktisch allen Triathlon-Wettkämpfen erlaubt, egal ob Sprint- oder Langdistanz. Es ist also kein Graubereich, sondern schlicht ein Teil der Rennstrategie, den du nutzen solltest.

Die zwei Positionen, die funktionieren

Direkt hinter den Füßen: Die klassische Position, dein Kopf bleibt etwa eine halbe Armlänge hinter den Füßen des Vordermanns. Hier ist der Sog am stärksten, aber auch das Risiko, ständig gegen Füße zu schlagen. Zu nah zu schwimmen kostet Konzentration und nervt den Vordermann, zu weit weg verlierst du den Effekt komplett.

Seitlich an der Hüfte: Du schwimmst leicht versetzt auf Höhe der Hüfte oder Oberschenkel des anderen. Der Vorteil: Du siehst besser, was passiert, hast weniger Kontakt und kannst leichter atmen. Der Sog ist etwas geringer als direkt hinter den Füßen, dafür deutlich stressfreier, gerade wenn du im Freiwasser noch nicht viel Erfahrung hast.

Mehrere Schwimmer im Freiwasser aus der Drohnenperspektive

Den richtigen Vordermann finden

Der größte Fehler ist nicht die Position, sondern die Wahl. Wer sich an jemanden hängt, der deutlich schneller ist, brennt in den ersten Minuten aus. Wer sich an einen zu langsamen Schwimmer hängt, verliert Zeit, ohne es sofort zu merken. Such dir jemanden, der minimal schneller schwimmt als dein eigenes Wohlfühltempo, gerade so, dass es fordernd bleibt, aber nicht ins Rote geht.

Ein zweiter, oft übersehener Punkt: Der Vordermann muss geradeaus schwimmen. Wer sich an jemanden hängt, der schlecht sightet und Zickzack läuft, spart zwar Energie, schwimmt aber die längere Strecke. Prüfe deshalb alle paar Züge selbst kurz die Linie, statt blind zu folgen.

Warum Sighting beim Drafting trotzdem wichtig bleibt

Drafting verführt dazu, die Orientierung komplett abzugeben. Genau das rächt sich, wenn die Gruppe an der Boje auseinanderbricht oder dein Vordermann plötzlich abreißt. Sight weiterhin regelmäßig, nur eben seltener als beim Alleinschwimmen, etwa alle acht bis zehn Züge statt alle vier bis sechs.

Dabei hilft eine Brille, die im Freiwasser auch bei tiefer Kopfposition ein weites Sichtfeld bietet. Die sailfish Breeze ist genau dafür konzipiert: Der weite Sichtwinkel macht es leichter, den Vordermann im Blick zu behalten, ohne den Kopf voll anzuheben und aus der Wasserlage zu fallen.

Drafting im Training üben, nicht erst im Rennen

Im Wasserschatten zu schwimmen fühlt sich anders an als allein: enger, unruhiger, mit ständigem Kontakt und Spritzwasser im Gesicht. Wer das erst am Renntag zum ersten Mal erlebt, verkrampft. Übe es deshalb im Gruppentraining, abwechselnd führen und folgen, damit du beide Rollen kennst und im Rennen ruhig bleibst, auch wenn es rundherum turbulent wird.

Häufige Fragen zum Drafting im Freiwasser

Ist Drafting beim Schwimmen im Triathlon erlaubt?
Ja. Anders als auf dem Rad ist Windschattenschwimmen bei praktisch allen Triathlon-Wettkämpfen ausdrücklich zulässig.

Wie viel Energie spart Drafting im Wasser?
Je nach Position und Abstand lässt sich der Energieverbrauch deutlich reduzieren, am stärksten direkt hinter den Füßen des Vordermanns.

Welche Position ist die beste?
Direkt hinter den Füßen bringt den größten Sog, seitlich an der Hüfte ist stressfreier und übersichtlicher, besonders für weniger erfahrene Freiwasserschwimmer.

Kann ich beim Drafting auf Sighting verzichten?
Nein. Sight weiterhin regelmäßig, nur seltener, sonst folgst du im Zweifel jemandem, der selbst vom Kurs abkommt.

Enjoy your swim.

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