Die Freiwassersaison neigt sich dem Ende zu und für viele Triathleten geht es zurück ins Hallenbad. Eine gute Gelegenheit, um an der eigenen Schwimmtechnik zu arbeiten und die Grundlage für die nächste Saison zu legen. Doch wie sieht ein sinnvolles Schwimmtraining eigentlich aus? Einfach 2.000 Meter am Stück zu schwimmen, ist zwar möglich, bringt aber nicht immer den gewünschten Trainingseffekt. Mit diesen drei Trainingsplänen über 1.500, 2.000 und 2.500 Meter kannst du gezielt an deiner Technik, Ausdauer und Geschwindigkeit arbeiten. Alle Einheiten lassen sich direkt im 25- oder 50-Meter-Becken schwimmen.
Warum sich strukturiertes Schwimmtraining lohnt
Wer regelmäßig schwimmt, kennt das Problem: Man springt ins Becken, schwimmt seine gewohnte Strecke und steigt wieder aus dem Wasser. Am Ende stehen zwar einige Kilometer auf der Uhr, aber ein richtiges Trainingsziel gab es nicht.
Dabei lässt sich gerade im Hallenbad sehr gut strukturiert trainieren. Die Streckenlänge ist immer gleich, die Bedingungen sind vergleichbar und du kannst deine Fortschritte genau beobachten.
Ein sinnvolles Schwimmtraining besteht normalerweise aus drei Teilen: Einschwimmen, einem Hauptteil mit konkretem Schwerpunkt und lockerem Ausschwimmen. Je nach Trainingsziel kommen Technikübungen, Intervalle oder gezielte Tempowechsel hinzu.
Die folgenden Einheiten richten sich an Triathleten und Freizeitschwimmer, die bereits sicher Kraul schwimmen können. Die Pausen sind Empfehlungen und können an dein Leistungsniveau angepasst werden.
Trainingsplan 1: 1.500 Meter für Technik und Wassergefühl
Trainingsziel: Schwimmtechnik verbessern, Wassergefühl entwickeln und nach einer Trainingspause wieder einen gleichmäßigen Rhythmus finden.
Für wen? Für Schwimmer, die bereits Kraul schwimmen können und ihre Technik verbessern möchten. Auch als Wiedereinstieg nach einer Trainingspause eignet sich diese Einheit gut.
Einschwimmen – 300 Meter
Beginne mit 300 Metern lockerem Schwimmen. Konzentriere dich darauf, ruhig zu atmen und möglichst entspannt durchs Wasser zu gleiten.
Hier geht es noch nicht um Geschwindigkeit. Nutze die ersten Bahnen, um ein Gefühl für deine Wasserlage und deinen Armzug zu bekommen.
Technikteil – 4 × 50 Meter
Schwimme viermal 50 Meter mit jeweils 15 bis 20 Sekunden Pause. Jede Wiederholung hat einen anderen Schwerpunkt:
- 50 m Abschlagschwimmen: Eine Hand bleibt vorne gestreckt, bis die andere Hand nach der Rückholphase vorne ankommt. Achte auf einen kontrollierten Bewegungsablauf.
- 50 m Kraul mit langer Körperstreckung: Versuche, dich bei jedem Armzug nach vorne zu strecken, ohne dabei die Körperspannung zu verlieren.
- 50 m einarmiges Kraulen: Konzentriere dich abwechselnd auf den Armzug einer Seite. Achte besonders auf die Rotation und eine ruhige Wasserlage.
- 50 m normales Kraulschwimmen: Setze die vorherigen Übungen um und achte darauf, wie sich dein Armzug anfühlt.
Wichtig ist, dass du die Übungen möglichst sauber ausführst. Wenn deine Technik schlechter wird, reduziere das Tempo.
Hauptteil – 6 × 150 Meter
Schwimme sechsmal 150 Meter mit jeweils 20 bis 30 Sekunden Pause zwischen den Wiederholungen.
- 2 × 150 m locker: Finde einen gleichmäßigen Rhythmus und konzentriere dich auf deine Atmung.
- 2 × 150 m kontrolliert: Achte besonders auf einen sauberen Armzug, die Körperrotation und eine stabile Wasserlage.
- 2 × 150 m etwas schneller: Steigere dein Tempo leicht, ohne dass deine Technik darunter leidet.
Versuche, die letzten beiden Wiederholungen bewusst zu schwimmen. Mehr Geschwindigkeit sollte nicht einfach durch hektischere Armbewegungen entstehen.
Ausschwimmen – 100 Meter
Schwimme zum Abschluss 100 Meter ganz locker aus.
Gesamtdistanz: 1.500 Meter
Trainingsübersicht: 1.500 Meter
| Abschnitt | Training | Distanz |
|---|---|---|
| Einschwimmen | Locker schwimmen | 300 m |
| Technik | 4 × 50 m | 200 m |
| Hauptteil | 6 × 150 m | 900 m |
| Ausschwimmen | Locker schwimmen | 100 m |
| Gesamt | 1.500 m |
Trainingsplan 2: 2.000 Meter für eine bessere Grundlagenausdauer
Trainingsziel: Eine gleichmäßige Schwimmgeschwindigkeit entwickeln und längere Strecken kontrolliert absolvieren.
Für wen? Für Schwimmer und Triathleten, die bereits regelmäßig trainieren und ihre Ausdauer verbessern möchten.
Gerade für Triathleten ist es wichtig, auch über längere Distanzen ein konstantes Tempo halten zu können. Wer auf den ersten 200 Metern zu schnell startet, merkt häufig schon nach kurzer Zeit, dass die Kraft nachlässt.
Einschwimmen – 400 Meter
Schwimme 400 Meter locker ein. Beginne bewusst langsam und steigere das Tempo auf den letzten 100 Metern leicht.
Versuche, von Anfang an einen gleichmäßigen Atemrhythmus zu finden.
Technikteil – 4 × 50 Meter
Schwimme viermal 50 Meter mit jeweils 15 Sekunden Pause.
- 50 m Abschlagschwimmen: Kontrollierter Armzug und lange Körperstreckung.
- 50 m normales Kraulschwimmen: Setze den Technikschwerpunkt um.
- 50 m Kraul mit Fokus auf die Rotation: Achte auf die Bewegung des Oberkörpers und eine stabile Kopfposition.
- 50 m normales Kraulschwimmen: Schwimme möglichst gleichmäßig und entspannt.
Hauptteil – 5 × 200 Meter
Schwimme fünfmal 200 Meter mit jeweils 20 bis 30 Sekunden Pause.
Versuche, alle fünf Wiederholungen möglichst gleich schnell zu absolvieren. Wenn du beispielsweise für die ersten 200 Meter vier Minuten benötigst, solltest du versuchen, dieses Tempo auch bei den folgenden Wiederholungen zu halten.
Starte lieber etwas langsamer. Im Idealfall fühlt sich der erste Abschnitt kontrolliert an und du kannst das Tempo bis zur letzten Wiederholung halten.
Diese Art des Trainings hilft dir dabei, deine Geschwindigkeit besser einzuschätzen. Gerade auf längeren Triathlondistanzen ist das wichtig, um dich beim Schwimmen nicht unnötig zu verausgaben.
Tempowechsel – 4 × 50 Meter
Schwimme viermal 50 Meter mit jeweils 20 Sekunden Pause.
Die ersten 25 Meter jeder Wiederholung schwimmst du zügig, die zweiten 25 Meter locker.
So setzt du zum Ende der Einheit noch einen kurzen Geschwindigkeitsreiz, ohne den gesamten Trainingsumfang mit hoher Intensität zu absolvieren.
Ausschwimmen – 200 Meter
Beende die Einheit mit 200 Metern lockerem Schwimmen.
Gesamtdistanz: 2.000 Meter
Trainingsübersicht: 2.000 Meter
| Abschnitt | Training | Distanz |
|---|---|---|
| Einschwimmen | Locker schwimmen | 400 m |
| Technik | 4 × 50 m | 200 m |
| Hauptteil | 5 × 200 m | 1.000 m |
| Tempowechsel | 4 × 50 m | 200 m |
| Ausschwimmen | Locker schwimmen | 200 m |
| Gesamt | 2.000 m |
Trainingsplan 3: 2.500 Meter für Tempo und Schwimmausdauer
Trainingsziel: Das Schwimmtempo gezielt steigern und auch bei höherer Belastung eine saubere Technik halten.
Für wen? Für fortgeschrittene Schwimmer und Triathleten, die bereits regelmäßig trainieren und längere Strecken problemlos bewältigen.
Diese Einheit kombiniert Technikübungen mit längeren Intervallen und kontrollierten Tempovorgaben. Besonders der Hauptteil fordert dich dazu auf, auch bei zunehmender Ermüdung konstant zu schwimmen.
Einschwimmen – 400 Meter
Beginne mit 400 Metern lockerem Kraulschwimmen. Nutze die ersten Bahnen, um einen ruhigen Rhythmus zu finden und deine Muskulatur auf die Belastung vorzubereiten.
Technikteil – 6 × 50 Meter
Schwimme sechsmal 50 Meter mit jeweils 15 bis 20 Sekunden Pause.
Wechsle dabei zwischen drei Technikübungen und normalem Kraulschwimmen:
- 50 m Abschlagschwimmen
- 50 m normales Kraulschwimmen
- 50 m Kraul mit Fokus auf die Körperrotation
- 50 m normales Kraulschwimmen
- 50 m einarmiges Kraulen
- 50 m normales Kraulschwimmen
Versuche, bei den normalen Kraulabschnitten die Bewegungen aus den Technikübungen bewusst umzusetzen.
Hauptteil – 3 × 400 Meter
Der Hauptteil besteht aus drei Blöcken mit jeweils viermal 100 Metern. Zwischen den einzelnen 100-Meter-Abschnitten machst du 15 bis 25 Sekunden Pause, zwischen den drei Blöcken jeweils etwa 30 Sekunden.
Block 1: 4 × 100 m – Kontrolliertes Tempo
Schwimme die ersten vier Wiederholungen in einem gleichmäßigen Tempo, das du auch über längere Strecken halten könntest. Konzentriere dich auf einen sauberen Armzug und eine ruhige Atmung.
Block 2: 4 × 100 m – Tempo steigern
Bei den nächsten vier Wiederholungen erhöhst du das Tempo leicht. Die Belastung darf jetzt deutlich spürbar sein, du solltest aber weiterhin kontrolliert schwimmen können.
Block 3: 4 × 100 m – Tempo halten
Versuche, das Tempo aus dem zweiten Block möglichst zu halten. Achte besonders darauf, dass deine Wasserlage und dein Armzug auch mit zunehmender Ermüdung stabil bleiben.
Wenn du merkst, dass deine Technik deutlich schlechter wird, reduziere das Tempo. Ziel ist es nicht, die letzten Wiederholungen irgendwie zu überstehen, sondern auch unter Belastung sauber zu schwimmen.
Technik unter leichter Belastung – 4 × 100 Meter
Schwimme weitere viermal 100 Meter mit einem ruhigen, kontrollierten Tempo und jeweils etwa 20 Sekunden Pause.
Wenn du bereits Erfahrung mit Paddles hast, kannst du bei zwei Wiederholungen kleine Paddles verwenden. Die anderen beiden Wiederholungen schwimmst du ohne Hilfsmittel.
Der Fokus liegt auf einem sauberen Wassergriff und einem kontrollierten Armzug. Bei Schulterbeschwerden solltest du auf Paddles verzichten.
Ausschwimmen – 200 Meter
Schwimme zum Abschluss 200 Meter locker aus und lass die Einheit entspannt ausklingen.
Gesamtdistanz: 2.500 Meter
Trainingsübersicht: 2.500 Meter
| Abschnitt | Training | Distanz |
|---|---|---|
| Einschwimmen | Locker schwimmen | 400 m |
| Technik | 6 × 50 m | 300 m |
| Hauptteil | 3 × (4 × 100 m) | 1.200 m |
| Technik | 4 × 100 m | 400 m |
| Ausschwimmen | Locker schwimmen | 200 m |
| Gesamt | 2.500 m |
Welcher Schwimmtrainingsplan passt zu dir?
Nicht jeder braucht bei jeder Schwimmeinheit einen besonders hohen Trainingsumfang. Entscheidend ist, was du mit deinem Training erreichen möchtest.
- 1.500 Meter: Gut für den Wiedereinstieg, Techniktraining und Einheiten mit geringerem Umfang.
- 2.000 Meter: Sinnvoll, wenn du regelmäßig schwimmst und deine Grundlagenausdauer verbessern möchtest.
- 2.500 Meter: Für fortgeschrittene Schwimmer, die zusätzlich an ihrer Geschwindigkeit und Technik unter Belastung arbeiten möchten.
Am besten wechselst du die Schwerpunkte regelmäßig. Gerade in der Offseason bietet es sich an, Technik, Ausdauer und Geschwindigkeit über mehrere Einheiten hinweg zu kombinieren, anstatt jedes Mal dasselbe Programm zu schwimmen.
Welche Ausrüstung brauchst du fürs Schwimmtraining im Hallenbad?
Für alle drei Trainingspläne reichen grundsätzlich eine gut sitzende Schwimmbrille und normale Schwimmbekleidung. Zusätzliche Trainingshilfen sind nicht zwingend notwendig.
Gerade bei längeren Einheiten sollte die Schwimmbrille bequem sitzen und auch bei häufigen Wenden nicht verrutschen. Die sailfish Flow besitzt einen weichen Silikonrahmen und verschiedene Nasenstege, mit denen sich die Passform anpassen lässt. Sie eignet sich sowohl für das Training im Pool als auch im Freiwasser.
Wer zusätzlich an seinem Armzug arbeiten möchte, kann gezielt Trainingshilfen einsetzen. Die sailfish Paddles sind in drei Größen erhältlich und vergrößern die Abdruckfläche der Hände im Wasser.
Wichtig ist, dass du Paddles nicht einfach bei jeder Einheit verwendest. Gerade bei einer noch unsauberen Zugtechnik oder zu hoher Belastung können sie die Schultern unnötig beanspruchen.
Wie du solche Hilfsmittel sinnvoll einsetzt, erfährst du auch im sailfish Ratgeber Pullbuoy und Paddles richtig einsetzen.
Häufige Fragen zum Schwimmtraining im Hallenbad
Wie viele Meter sollte man pro Schwimmtraining schwimmen?
Das hängt vom Trainingsziel und deinem Leistungsniveau ab. Für viele Freizeitschwimmer und Triathleten sind Einheiten zwischen 1.500 und 2.500 Metern ein sinnvoller Rahmen. Auch kürzere Einheiten können effektiv sein, wenn sie gut strukturiert sind.
Wie oft sollte man als Triathlet schwimmen trainieren?
Zwei bis drei Schwimmeinheiten pro Woche ermöglichen es vielen Triathleten, regelmäßig an Technik und Ausdauer zu arbeiten. Der passende Umfang hängt allerdings auch vom Rad- und Lauftraining sowie von deiner Regeneration ab.
Wie lange dauert ein Schwimmtraining über 1.500 Meter?
Bei einer durchschnittlichen Pace von 2:00 Minuten pro 100 Meter beträgt die reine Schwimmzeit 30 Minuten. Mit Technikübungen und Pausen dauert die Einheit entsprechend länger.
Wie lange dauert ein Schwimmtraining über 2.000 Meter?
Bei einer Pace von 2:00 Minuten pro 100 Meter benötigst du für 2.000 Meter 40 Minuten reine Schwimmzeit. Zusätzlich kommen die Pausen zwischen den Intervallen hinzu.
Sind 2.500 Meter Schwimmen ein gutes Training?
Für fortgeschrittene Schwimmer und Triathleten können 2.500 Meter ein sinnvoller Trainingsumfang sein. Entscheidend ist aber nicht nur die Distanz, sondern auch, welche Intensitäten und Technikübungen du innerhalb der Einheit schwimmst.
Ist es besser, 2.000 Meter am Stück oder in Intervallen zu schwimmen?
Beides kann sinnvoll sein. Intervalle ermöglichen es, bestimmte Geschwindigkeiten oder technische Schwerpunkte gezielt zu trainieren. Längere Strecken ohne Pause helfen dagegen, die Ausdauer und das Tempo über eine durchgehende Belastung zu überprüfen.
Brauche ich Paddles oder einen Pullbuoy für ein gutes Schwimmtraining?
Nein. Auch ohne zusätzliche Hilfsmittel kannst du effektiv trainieren. Paddles und Pullbuoys können bestimmte Übungen ergänzen, sollten aber gezielt eingesetzt werden und kein Ersatz für eine saubere Schwimmtechnik sein.
Kann ich die Trainingspläne auch in einem 50-Meter-Becken schwimmen?
Ja. Alle drei Trainingspläne funktionieren sowohl in einem 25-Meter- als auch in einem 50-Meter-Becken. Die angegebenen Distanzen und Pausen bleiben gleich.
Wie sieht dein Schwimmtraining im Winter aus?
Trainierst du lieber kurze, intensive Einheiten oder schwimmst du am liebsten längere Strecken am Stück?
Wie viele Meter schwimmst du normalerweise pro Einheit und wie oft schaffst du es aktuell ins Hallenbad?
Schreib es gerne in die Kommentare. Vielleicht findest du dort auch ein paar Ideen für deine nächste Trainingseinheit.
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