Seitenstechen kennt fast jeder aus dem Laufen, aber auch beim Schwimmen kann der stechende Schmerz unter den Rippen mitten in der Einheit auftreten. Gerade im Wasser ist er besonders lästig, weil du nicht einfach stehen bleiben kannst. Die gute Nachricht: Die Ursachen sind meist klar, und du kannst gezielt etwas dagegen tun.
Was ist Seitenstechen überhaupt?
Seitenstechen ist ein kurzer, stechender Schmerz seitlich im Bauch- oder unteren Rippenbereich, medizinisch als „belastungsbedingter vorübergehender Bauchschmerz" bekannt. Die genauen Mechanismen sind wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, diskutiert werden unter anderem eine Reizung des Bauchfells, Verspannungen des Zwerchfells und die Belastung von Bändern im Bauchraum. Wichtig zu wissen: In aller Regel ist Seitenstechen harmlos und verschwindet nach kurzer Zeit von selbst.
Die häufigsten Ursachen beim Schwimmen
- Zu volle Mahlzeit vor dem Training: Ein voller Magen drückt aufs Zwerchfell und ist eine der häufigsten Ursachen. Zwischen Essen und Schwimmen sollten idealerweise ein bis zwei Stunden liegen.
- Flache, hektische Atmung: Beim Kraulen wird oft zu kurz und zu flach geatmet. Das führt zu einem verkrampften Zwerchfell, ein direkter Auslöser für Seitenstechen.
- Kaltes Wasser: Der Sprung ins kalte Freiwasser kann die Atmung zusätzlich beschleunigen und das Zwerchfell reizen, gerade zu Beginn der Einheit.
- Zu schneller Start ohne Aufwärmen: Wer ohne Vorbereitung sofort ins hohe Tempo geht, überfordert Atmung und Rumpf.
Was du im Moment des Seitenstechens tun kannst
Wenn es dich mitten im Schwimmen erwischt, hilft vor allem eines: das Tempo herausnehmen und die Atmung bewusst vertiefen. Atme betont langsam und tief aus, das entspannt das Zwerchfell. Viele Schwimmer profitieren davon, für ein paar Züge auf die Gegenseite zu atmen oder kurz auf Brust zu wechseln, um den Rhythmus zu beruhigen. Zwing dich nicht durch den Schmerz im gleichen Tempo weiter, das verschlimmert es meist nur.
So beugst du Seitenstechen vor
Der wichtigste Hebel ist die Atmung. Ein ruhiger, tiefer Atemrhythmus statt kurzer Hechelatmung entlastet das Zwerchfell spürbar. Wärme dich außerdem vor intensiven Einheiten richtig auf, statt sofort Vollgas zu geben, und plane deine letzte größere Mahlzeit mit genug Abstand vor dem Training. Auch ein trainierter Rumpf hilft: Eine stabile Körpermitte unterstützt Atmung und Wasserlage und macht dich insgesamt weniger anfällig.
Wann du genauer hinschauen solltest
Seitenstechen ist fast immer harmlos. Treten die Schmerzen allerdings sehr häufig, besonders stark oder unabhängig von der Belastung auf, oder halten sie ungewöhnlich lange an, ist das ein Grund, die Ursache ärztlich abklären zu lassen. Das gilt besonders, wenn Schmerzen im Brust- oder Oberbauchbereich mit anderen Symptomen einhergehen. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung.
Häufige Fragen zu Seitenstechen beim Schwimmen
Warum bekomme ich beim Schwimmen Seitenstechen?
Häufige Ursachen sind eine zu volle Mahlzeit, flache hektische Atmung, kaltes Wasser und ein zu schneller Start ohne Aufwärmen.
Was hilft akut gegen Seitenstechen im Wasser?
Tempo herausnehmen und bewusst langsam und tief ausatmen, um das Zwerchfell zu entspannen.
Wie kann ich Seitenstechen vorbeugen?
Ruhig und tief atmen, sich richtig aufwärmen, genug Abstand zur letzten Mahlzeit halten und den Rumpf stärken.
Ist Seitenstechen gefährlich?
In aller Regel nicht. Bei sehr starken, häufigen oder anhaltenden Schmerzen solltest du die Ursache aber ärztlich abklären lassen.
Enjoy your swim.